16. Oktober 2017

Frankfurter Buchmesse 2017

 (Fotos findet ihr ganz unten :D )
Hey ihr Lieben,
wir waren dieses Jahr zum zweiten Mal auf der Frankfurter Buchmesse und, genau wie letztes Jahr, war es einfach nur toll.
Ich erzähle hier einfach mal ein bisschen von meinem Tag, Lissys Tag kommt vielleicht noch hier drunter oder bekommt einen extra Post, je nach dem ob ihr mein Text gefällt und sie Lust hat was zu schreiben.* Wir waren eh fast die gesamte Zeit zu dritt unterwegs, nämlich Lissy, eine gemeinsame Freundin (Anna) und ich.
Weil wir nur Samstag auf der Buchmesse waren, waren unsere Terminpläne natürlich ziemlich voll.
Zuerst einmal mussten wir um fünf aufstehen, weil wir dieses Jahr Schattenjäger cosplayen wollten und noch unsere Runen brauchten. Anna war Clary Fray aus den Chroniken der Unterwelt, Lissy war Charlotte Branwell aus den Chroniken der Schattenjäger und ich war Isabelle Lightwood, auch aus den Chroniken der Unterwelt.
Abfahrt war um kurz nach halb acht, meine Mutter hat noch einen kurzen Stop beim Bäcker eingelegt und Verpflegung für die Fahrt gekauft, weil wir vor lauter Runen nicht mal zum frühstücken kamen.
Um halb zehn waren wir endlich auf dem Messegelände, etwas später als geplant, weil wir erst am Eingang erfahren haben, dass Cosplayer zu ihrem eigenen Eingang rein müssen, den wir erstmal suchen mussten. Anna wäre sogar durch den normalen Eingang reingekommen, aber Lissy hat man in ihrem "mittelalterlichen" Kleid natürlich angesehen, dass sie nicht immer so rumrennt. Zugegeben, auf dem Weg zum City Eingang haben wir uns etwas aufgeregt, weil das unseren Zeitplan etwas durcheinander geworfen hat und unser Cosplay, vorallem Lissys, nur aus den Runen, passenden Klamotten und ein bisschen Schmuck bestand, keine Waffen also, aber natürlich muss besonders auf der Buchmesse streng auf solche Kleinigkeiten geachtet werden, so war alles vergessen sobald wir auf dem Messegelände waren.
Dort ist Lissy als aller erstes zu Erin Hunter gehuscht, später als geplant, sie hat ihr Autogramm aber trotzdem bekommen.
Anna und ich haben dem Drachenmondverlag den ersten von sehr vielen Besuchen abgestattet und die Bücher für meine ausgesuchten Signierstunden gekauft. Außerdem hat Anna sich mit dem Drachenmond-Fieber (das ja auch auf Bookstagram um sich greift) angesteckt und zwei kleine Drachen adoptiert.
Die nächsten 45 Minuten haben wir damit verbracht, uns Ebene 0 von Halle 3 angeguckt, eine Tasche für Anna gesucht (wir haben sie übrigens nicht gefunden) und haben uns den Stand von Randomhouse angesehen (natürlich noch ein "paar" andere, aber der Bericht ist mir jetzt schon zu lang *upsi*)
Dann hatte ich ein Meet & Greet mit Mirjam H. Hüberli, der Autorin von Rebell aus dem Drachenmondverlag. Sie hat meine beiden Bücher signiert, dann haben wir uns noch ein bisschen unterhalten.
Als nächstes stand Kaffetrinken mit dem Rest (also Lissy, meiner Mutter und ihrem Freund) auf dem Plan, wobei wir dann Lissy wieder eingesammelt haben, die uns ganz stolz ihre Beute vom Sternensandverlag gezeigt hat.
Jetzt stand eigetnlich eine erneute Trennung an, weil Lissy und Anna etwas Freizeit hatten, ich aber zur Signierstunde von Christian Handel wollte, die *Überraschung* beim Drachenmondverlag stattfand. Die beiden waren aber so nett und haben gewartet, bis mein Rosen und Knochen signiert war, um dann mit mir zusammen ein bisschen herumzulaufen, bis das Mittagessen wieder mit meiner Mutter und Lissy anstand.
Nach der kurzen Stärkung stürzten wir uns wieder ins Getümmel (das langsam echt dicht wurde) und wir besuchten ein weiteres mal den Drachenmondstand (ich sag doch: sehr viele Besuche). Lissy beuchte Nina McKay, um ihre Pute signieren zu lassen (Das ist ein Drachenmond-Insider: Bei der Erstauflage hat sich ein Rechtschreibfehler auf das Cover geschlichen, jetzt steht auf dem Buchrücken statt Aschenputtel und die Erbsen-Phobie wirklich Aschenpuutel und die Erbsen-Phobie. Alle haben das aber ganz locker aufgenommen, die Erstauflage ist jetzt halt was besonderes), ich habe mir von Emily Thomsen Flerya signieren lassen.
Jetzt kommt eine kurze Pause vom Drachenmondverlag, nämlich hatte um 15 Uhr 30 CASSANDRA CLARE eine Signierstunde, zu der wir natürlich unbedingt hinwollten. (Funfact: Wir haben unsere Cosplays ausgesucht, bevor wir wussten, dass sie kommt). Also waren wir ab 13 Uhr 30 auf der Agora und haben gewartet.
Jetzt kommt der einzige negative Punkt unseres Tages, nämlich die wundervolle Planung des Verlags (das war Ironie):
1.Im Signierzelt sind zwei Plätze (eigentlich vier, zwei Richtung Lesezelt und zwei Richtung Open Stage, haben wir zwar erst nicht kapiert, stand im Nachhinein aber ziemlich genau in der App) was zu der Frage führt: Welcher der Plätze ist für Clare, wo müssen wir uns also anstellen? Natürlich haben wir andere Fans gefragt, aber keiner hatte eine Ahnung. Etwa gegen 14 Uhr hat irgendjemand einen der Goldmann-Mitarbeiter gefragt. Antwort: Je nachdem, wann Nicholas Sparks (der vor Cassandra im Zelt war) fertig ist. Toll. Die Reaktion der Fans war, sich einfach irgendwo anzustellen, was im Endeffekt zu zwei verschiedenen Schlangen führte: Eine für Cassandra Clare, von der aber keiner wusste, wo sie jetzt genau anstanden, und einer gemischten Schlange vor dem Signierzelt, die zur Hälfte für Nicholas Sparks anstand, zur Hälfte für Clare (was vermutlich auch die Sparks-Fans gestört hat, die immerhin hinter den Clare Fans standen, obwohl Sparks vor Clare signiert hat.
Gegen 14 Uhr 30 kamen die Mitarbeiter dann auf die Idee, ein Schild hochzuhalten, auf welchem Platz Cassandra signiert, nämlich dem freien. In der Theorie eine gute Idee, in der Praxis hat das aber dazu geführt, dass aus den beiden Schlangen ein unförmiger Klumpen wurde, der vor dem Signierzelt stand (oder einer sehr breite Schlange, wie mans nimmt). Noch war die Stimmung des Klumpens gut, man hat zwar fast nichts von Cassandras Buchvorstellung verstanden, aber immer wenn in unserem Grüppchen ein Name gefallen ist, hat das zu Begeisterten Rufen des Namens und Diskussionen über den Charakter geführt.
Bis zu dem Moment, in dem Cassandra Clare aufgestanden ist. Ab dann ist für uns alle auch der letzte Rest der Stimmung den Bach runtergegangen, weil mit Cassandra die Besucher ihrer Buchvorstellung in Richtung Signierzelt gekommen sind. Die haben sich dann irgendwie für besonders toll oder so gehalten, jedenfalls sind die einfach an der Schlange vorbeigelatscht und haben sich vorne von den Seiten reingequetscht. "Wie bei einem Trichter" hat irgendjemand in unserer Nähe gesagt, was das ganze ziemlich gut beschreibt.
Die Fans, die ganze 3 (!) Stunden in der prallen Sonne (!!) gestanden (!!!) haben, standen also weiter dumm rum und konnten sich nach der Signierstunde "freuen", dass sie Cassandras Umriss auf der Open Stage gesehen haben (falls sie Glück hatten), ihre Stimme gehört haben und während der Signierstunde ihren Scheitel sehen konnten (wenn sie weit genug vorne standen).
Als die Signierstunde dann  (15 Minuten nach dem eigentlichem Ende) beendet wurde, flossen bei manchen sogar die Tränen, Anna und ich waren einfach nur frustriert. Wir sind ein letztes Mal zum Drachenmondstand gegangen und haben Lissy eingesammelt, die die Signierstunde pünktlich um 16 Uhr 30 verlassen hat, weil sie ein Meet & Greet mit Alex Fuchs hatte.
Uns blieben noch etwa 20 Minuten, bis unsere Mutter fahren wollte.
Ich musste (wegen der blöden Signierstunde) noch ein bisschen frustshoppen, also sind wir nochmal über die Agora gerannt, dann die Außenrolltreppe hoch und über Ebene 1, dann in Halle keine-Ahnung-welche-es-war in die Cosplay Corner, weil wir da unbedingt noch hinwollten und mein viel zu hoher SuB mir zu etwas Merchandise geraten hat. Also habe ich mir zwei Wundertüten (Herr der Ringe und Harry Potter) geschnappt, dann mussten wir auch schon zum Ausgang, wo unsere Mutter und ihr Freund auf uns gewartet haben.

Trotz der äußerst misslungenen Goldmann-Signierstunde (für die Cassandra Clare sich übrigens auf Instagram entschuldigt hat) war es ein echt schöner (und drachenreicher) Messetag mit vielen tollen Menschen.
Wir versuchen, nächstes Jahr zwei Tage auf die Messe gehen, mal gucken was daraus wird.
Liebe Grüße,
Pauline
 *Edit: Lissy hat keine Lust, was eigenes zu schreiben, sie meint, dass das hier reicht und dass sie mir vertraut. Na, wenn das mal kein Fehler war ;) Vielleicht sollte ich irgendwas fieses schreiben.... Muhahahaha... (Hier bitte ein typisches Bösewicht-Lachen einfügen, Doofenschmirtz oder so) 



 Unsere Cosplays. Von links: Lissy (Charlotte), Anna (Clary) und ich (Isabelle)






 Ich (Pauline) und Mirjam H. Hüberli





Auf dem Messegelände angekommen mussten natürlich erstmal Snaps verschickt werden, um ein bisschen anzugeben.



Lissys Signierstunde mit Erin Hunter


 Der Meeting-Point auf der Agora beim perfekten Messe-Wetter


Warten auf Cassandra Clare, beziehungsweise mehr Infos über die Signierstunde


Cassandra Clare während der Buchvorstellung (das ist 4facher Zoom) 


Während der Signierstunde

 

Die Cosplayer-Ecke auf der Agora


Unser hervorragendes Messewetter


Der Groh-Stand, der zweitschönste nach dem Drachenmondstand, den ich gesehen habe 
(Vom Drachenmondstand habe ich leider kein schönes Bild gemacht, aber guckt doch einfach mal auf ihrer Instagramseite, wenn es euch interessiert)


12. Oktober 2017

Rezension: Der schwarze Thron (II)

"Was hast du auch erwartet? Man wird nicht einfach so in die Brecciaspalte gestoßen, kriecht wieder heraus und ist danach noch die selbe wie früher."

 

Titel:

Der schwarze Thron - Die Königin

Originaltitel:

One Dark Throne

Autor:

Kendare Blake

Genre:

 Fantasy

Erschienen:

25.09.2017

Verlag:

Penhaligon / Randomhouse
Link zur Verlagswebsite

Inhalt:

Mirabella, Katharine und Arsinoe sind Drillinge, jede eine Anwärterin auf den Thron der Insel Fennbirn. Ihr Reich verlangt nach einer neuen Königin - doch damit eine von ihnen die Herrschaft erlangen kann, muss sie ihre beiden Schwestern eigenhändig töten. Der Kampf um den Thron ist längst entbrannt - nun muss sich jede Königin entscheiden, ob sie leben oder sterben will. Doch während zwei von ihnen noch gegen ihre Bestimmung rebellieren, schreckt die Dritte auf dem Weg vor der Krone vor nichts zurück. 

Meinung:

Ich bin ein wenig hin und her gerissen. Der Plot ist zwar wirklich genial, nämlich wahnsinnig fesselnd und genial, aber die Handlung reicht eigentlich nicht für zwei Bände.  Ich hätte erwartet, dass noch mehr kommt als der Kampf um die Krone, aber dem war nicht so. 
Durch den fesselnden, wenn auch etwas ungewöhnlichen Schreibstil (das Buch ist in der 3. Person im Präsens Singular geschrieben) bemerkt man dies aber während des Lesens nicht, sondern erst, wenn man auf das Gelesene zurückblickt. 
Auch wenn einige Blogger der Meinung sind, dass es ihnen so vorkommt, als gäbe es zwischen ihnen keinerlei Unterschiede, aber diese Meinung teile ich nicht.
Arsinoe ist wild und ungestüm, nicht zu bändigen und weigert sich strikt, ein Kleid zu tragen, Mirabella dagegen trägt sogar zu einem Duell ein Kleid, ist gesittet und wohl erzogen. Und Katharine ist Katharine, sie will Natalia Arron stolz machen, die für sie so etwas wie eine Mutter ist. 
Katharine hat sich nach ihrem Sturz in die Brecciaspalte vollkommen verändert, was ich zunächst sehr kritisch gesehen habe, bis Pietyr Renard die Erklärung dafür gesucht und gefunden hat. 
Dennoch weist das Buch ein paar Fehler beziehungsweise unlogische Stellen auf. 
Erstens: Warum ist Arsinoe (die in Band 1 festgestellt hat, dass sie in Wahrheit eine Giftmischerin ist) einfach so resistent gegen Gift, obwohl alle anderen, vor allem Katharine, von Kindesbeinen an mit Gift gequält werden?
Und zweitens: Warum zeigt sich bei Katharine keine eindeutige Gabe? Sie verträgt mittlerweile zwar beachtliche Mengen an Gift, aber sie leidet eben trotzdem an Schmerzen. Manchmal verhält sie sich genauso temperamentvoll wie eine Elementwandlerin, im nächsten Moment schießt sie mit einem Bogen und wirft mit Messern um sich. Gleichzeitig zeigt sie aber keine eindeutigen Zeichen einer Gabe: Sie kontrolliert keine Elemente, ob absichtlich oder unabsichtlich, sie verliert nie die Gewalt, wie Jules und sie hat keinen Familiaris. 
Auch unbeantwortet bleibt die Frage, warum ihre Mutter in Arsinoe und Katharine den falschen Familien zugeordnet hat, aber diese Frage wird hoffentlich in Band 3 beantwortet.

Fazit:

Trotz all der kleinen Schwächen fügt der dunkle Thron sich doch zu einer überragenden Geschichte zusammen, die aus einer unvergleichlichen Handlung, einzigartigen Charakteren und einer ganzen Palette an feinen Details besteht. 
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.


"Alle Königinnen sind heilig, selbst jene, die ihr in die Brecciaspalte gestoßen habt."


~Pauline

6. Oktober 2017

Rezension: Scherben der Dunkelheit

Nirgendwo ist die Welt so lebendig wie auf dem Papier. 


(Original-)Titel:

Scherben der Dunkelheit

Autor:

Gesa Schwartz

Genre:

Fantasy, Romantasy

Erschienen:

25.09.2017

Verlag:

cbt / Randomhouse 

Inhalt:

Die sechzehnjährige Anouk verbringt die Ferien in einem kleinen Dorf in der Bretagne. Kurz nach ihrer Ankunft gastiert der Dark Circus in der Nähe: ein geheimnisvoller Zirkus, der im Dorf für seine düsteren und besonderen Vorstellungen bekannt ist. Auch Anouk gerät schnell in seinen Bann und damit in einen Kosmos, den sie kaum für möglich hielt: Eine magische Welt öffnet sich vor ihr, in der sie den mysteriösen Zauberer Rhasgar kennenlernt. Doch der Dark Circus birgt mehr, als Anouk ahnt. Bald schon schwebt sie in tödlicher Gefahr und weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Denn es gibt keine Regeln im Dark Circus bis auf eine: Nichts ist, wie es scheint ...

Meinung:

Wie immer zuerst einmal über den Plot: Er ist wirklich gut gelungen und fesselt durch unerwartete Wendungen. Er berücksichtigt die menschlichen Fehler und führt die Artisten des Dark Circus immer wieder auf Irrwege.
Der Schreibstil ist einfach nur toll - Gesa Schwartz schreibt immer so verträumt, aber gleichzeitig fesselnd und malt ihre Bilder vor die Augen ihrer Leser, zum Beispiel verwendet sie Formulierungen wie "ein Kaleidoskop der Dunkelheit" oder "die Königin der Farben".
Anouk ist eine Träumerin, die sich selbst und ihre Farben nach dem Tod ihres Bruders hinter einer kühlen Mauer versteckt. Erst mithilfe von Rhasgar und dem Dark Circus erkennt sie, dass ihre Farben nicht mit ihrem Bruder gestorben sind.
Ähnlich ergeht es auch Rhasgar: Er hat in seiner Vergangenheit einige sehr schlimme Dinge getan und ist der festen Überzeugung, so sein Licht gelöscht zu haben. Daher brauchen Anouk und Rhasgar sich, und auch wenn von ihrer ersten Begegnung an klar ist, dass die beiden früher oder später zusammen kommen, quält Gesa ihre Leser mit einigen kleineren Hindernissen und einer ziemlich fiesen Wendung, sobald diese bewältigt sind.
Alle Charaktere sind sehr plastisch und gelungen, fast als würde Gesa sie kennen, als wäre auch sie eine Artistin des Dark Circus (naja, wer weiß...). Und auch wenn bei einigen ziemlich klar ist, auf welcher Seite sie stehen und ob man sie mag oder nicht, kommt die wahre Seite bei anderen erst am Ende ans Licht.
Zu erwähnen bleibt jetzt nur noch der Dark Circus. Ich liebe ihn einfach, vorallem weil man von einem hell erleuchteten Zirkuszelt voll lachender Menschen und Magie träumen kann, oder von der Dunkelheit, die die Artisten im Schatten gefangen hält.
 

Fazit:

Scherben der Dunkelheit fesselt die Leser wie der Dark Circus seine Besucher. Es führt sie in die Dunkelheit und lässt ihre Herzen rasen, aber dann lässt es sie von einem Mädchen im blauen Kleid träumen, und von dem Herrn der Spiegel, der so viel mehr ist als seine Dunkelheit.
Ich vergebe eindeutig 5 von 5 Sternen. 
 

"Ihr Menschen", sagte er zärtlich. "Ihr wisst nicht mehr, was Träume bedeuten, und glaubt ihnen zu begegnen, wenn ihr doch nichts als die Wahrheit vor euch seht."


~Pauline 

27. September 2017

Rezension: Herz aus Nacht und Scherben

Der Nebel zog in geisterhaften Schleiern durch Venedigs Gassen. Tierfschwarz thronte der Nachthimmel über den Dächern, die Kanäle glühten im Schein der Laternen, als bestünden sie aus dunklen Spiegeln.

Titel:

Herz aus Nacht und Scherben

Autor:

Gesa Schwartz

Genre:

Fantasy, Romantasy

 Erschienen:

03.10.2016

Verlag:

Cbt / Random House
Link zur Verlagswebsite


Inhalt:

 Die 17-jährige Milou besucht nach langer Zeit endlich wieder ihre Großmutter in Venedig. In der Lagunenstadt begegnet ihr der geheimnisvolle Niv, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Doch etwas Unheilvolles geht vor im winterlichen Venedig, und schon bald ahnt Milou, dass Niv kein normaler junger Mann ist. Er ist ein Rabenwandler, und nur mit seiner Hilfe kann Milou das Rätsel um die Kinder der Stadt lösen, die nach und nach in plötzlich aufziehendem Nebel verschwinden.Gemeinsam stellen sie sich dem Reich der Scherben, das Milou trotz all seiner Gefahrenin seinen Bann zieht und sie zugleichin Finsternisse führt, die tief in ihr selbst verborgen liegen.              

Meinung:

Die Geschichte ist einfach wunderschön und beinhaltet alles, was man sich von einem Fantasybuch erhoffen kann:
Mut, Ehrlichkeit, Treue, Freundschft, Liebe und jede Menge Platz zum Träumen.
Der Schreibstil ist eine Mischung aus verspielt und veträumt, er malt dem Leser das Bild vor Augen. Durch dieses verträumte geht allerdings leider ein Teil der Spannung verloren, die der Plot in der ersten Hälfte des Buches auch nicht mehr fangen kann. In der zweiten Hälfte dagegen werden sowhl Schreibstil als auch Plot fesselnder.
Milou war mir an sich sehr sympathisch, mit ihrer verträumten Art können sich Fantasyleser gut identifizieren. In einem starken Kontrast zu ihr steht Niv. Seine düstere Aura wird duch die Seiten hindurch spürbar, genau wie seine freundliche Seite.
Das Reich der Scherben als zerbrochenes Spiegelbild unserer Welt ist ein guter Ort für die Handlung, den genau wie Niv besteht Milou seit dem Tod ihrer Eltern tief in ihrem Inneren auch zum Teil aus Scherben, auch wenn ihr das wahrscheinlich gar nicht bewusst ist.


Fazit:

Herz aus Nacht und Scherben ist zwar nicht wirklich fesselnd, hat dafür aber eine wunderschöne, verträumte Geschichte.
Daher vergebe ich 3.5 von 5 Sternen.

Nur der Grashüpfer mit der Mandoline zirpte hingebungsvoll weiter, bis ihm der Beckenspieler hinter ihm sein Instrument auf den Kopf schlug.


~Pauline

                                         

24. August 2017

Rezension: Diamantkriegersaga (III)

Langsam ahnte ich, dass ich diese Macht nicht besaß, selbst als Diamantkriegerin nicht, und diese Ahnung barg einen Schmerz, der mich ebenfalls umzubringen drohte.

 

(Original-)Titel:

Diamantkriegersaga - Tashiras Bestimmung

Autor:

Bettina Belitz

Genre:

Fantasy, Romantasy

Erschienen:

24.07.2017

Verlag:

Cbt / Randomhouse
 Link zur Verlagswebsite

Inhalt:

 Endlich ist es soweit - die Diamantkrieger nehmen den Kampf gegen die Hydra auf. In einem abgelegenen Wüstentempel bereiten Tashira (wie Sara seit ihrer Einweihung genannt wird) und ihre Gefährten sich auf die Konfrontation mit den Mächten der Unterwelt vor. Doch die anhaltenden Spannungen zwischen Tashira und Damir drohen alles zu gefährden. Die Auseinandersetzung mit der Unterwelt wird zum entscheidenden Wendepunkt: Können die Diamantkrieger dem Bösen in der Welt etwas entgegensetzen und wird Tashira ihre Bestimmung annehmen?

Meinung:

!ACHTUNG, DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER!
Zuerst einmal haben mir das Buch und besonders die ganze Reihe wirklich gut gefallen, auch wenn es in meiner Rezension vielleicht nicht deutlich wird.
Wie in den ersten beiden Bänden ist der Schreibstil wirklich gut, und auch der Plot ist im Großen und Ganzen wirklich gelungen. Allerdings finde ich, dass der Kampf gegen die Hydra im Endeffekt ziemlich mickrig ist - natürlich ist es verständlich, dass durch drei Diamantkrieger nicht alles böse der Welt vernichtet werden kann, aber ich hätte trotzdem mehr erwartet, als ein Gespräch, das einfach nur Saras Ansichten verstärkt. Auf der anderen Seite zeigt sich mit eben diesem Gespräch eine sehr sozialkritische Seite der Reihe, die wirklich zum Nachdenken bringt.
Sara, beziehungsweise Tashira, wie sie jetzt genannt wird, hat besonders in diesem dritten Teil eine Entwicklung durchgemacht, die sie zu einer noch besseren Diamantkriegerin macht. Ihre teilweise enthüllte Vergangenheit in ihren vorherigen Leben lässt ihr Handlungen verständlicher werden und erhöht gleichzeitig die Spannung.
Diese Entwicklung ermöglicht es ihr auch, zu akzeptieren, dass Damir mit Tianna zusammen ist. Das war dringend nötig, vorallem weil Sara mit ihrem Gejammer langsam etwas nervig wurde. Trotzdem ist die Beziehung zwischen Sara und Pax etwas aus dem Nichts gerissen. Ich zwei einhalb Bücher lang hat sie nur Gefühle für Damir, und auf einmal überlegt sie es sich anders.
Was mir außerdem fehlt, ist ein abschließendes Ende. Wenn man etwas nachdenkt, wird klar, dass der mysteriöse Mann im letzten Kapitel Pax ist, nicht Damir. Erstens, bewegt Damir sich nämlich lautlos und zweitens hatten er und Sara schon vorher Streits.
Das lässt jedoch die Frage unbeantwortet, was aus Damir und vorallem aus Tianna wurde.
Was auch sehr verwirrend ist, ist dass Kratos nach der Hälfte des Buches auf einmal Konrad heißt.

Fazit:

Auch wenn das Buch dem Leser die Augen gegenüber dem 'Bösen' in unserer Welt auf fesselnde Weise öffnet, wurde das Potenzial nicht ausgeschöpft und es haben sich einige Schwächen eingeschlichen. Daher vergebe ich leider nur 3 von 5 Sternen.

Wenn man in sich selbst Frieden gefunden hat, gibt es keine äußere Enge.

 

~Pauline